Zehn Jahre MANNA Westend: Ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche gehört werden

Das Team rund um Einrichtungsleiterin Sabrina Rahn (M.) versteht es, die jungen Leute mit kreativen Angeboten zu begeistern. Fotos: Malteser Berlin
Gärtnern und Umweltschutz ist den jungen Menschen wichtig. Im MANNA gibt es einen Gewächsgarten und viel Grün.
Viel Raum für Aktivitäten gibt es im MANNA: Graffiti sprühen, Basketball, Fußball und Tischtennis.
Schülerin Amy (13) ist Stammgast im MANNA und versteht sich gut mit dem Team.
Das MANNA im Berliner Westend an der Spreetalallee ist ein offener Ort für alle im Alter von sechs bis 27 Jahren. 
Im Jahr 2016 öffnete das MANNA mit einem großen Fest. Der Wunsch nach einem Jugendparlament entstand aus dem bezirklichen Kinder- und Jugendparlament heraus.

Berlin. Was vor zehn Jahren mit einer Idee begann, ist heute eine feste Größe der Kinder- und Jugendarbeit in Charlottenburg-Wilmersdorf: Der Kinder- und Jugendtreff MANNA Westend der Malteser feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Für zahlreiche Kinder und Jugendliche aus dem Westend gehört die Einrichtung inzwischen fest zu ihrem Alltag.

Wer das weitläufige Gelände an der Spreetalallee betritt, versteht schnell, warum. Eingebettet zwischen einer Kleingartenanlage und einem Park, nur wenige Minuten vom Spandauer Damm entfernt, bietet das MANNA eine ungewöhnlich grüne Umgebung mitten in der Stadt. Auf rund 4500 Quadratmetern wachsen Obststräucher, alte Bäume spenden Schatten und im Gewächshaus gedeihen Salate und andere Pflanzen.

Viel Raum für Aktivitäten

„Wir sind wahrscheinlich der grünste Jugendtreff innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings“, sagt Leiterin Sabrina Rahn. Das große Außengelände biete viel Platz zum Spielen, Rennen und Entdecken. Gleichzeitig lernen die Kinder und Jugendlichen beim Gärtnern Verantwortung für Natur und Umwelt. Das Gewächshaus gehört längst zu den beliebtesten Bereichen des Geländes.

Doch das Besondere am MANNA ist nicht allein die Lage oder die Größe des Grundstücks. Es ist vor allem die Atmosphäre. Hier ist jeder willkommen. Nach der Schule treffen sich Kinder und Jugendliche zum Tischtennis-, Basketball- oder Fußballspielen, sie zeichnen, basteln, kochen, backen Pizza oder probieren sich bei Poetry Slams und Graffiti-Projekten aus.

Vor allem aber finden sie Menschen, die ihnen zuhören. Das Team ermutigt die Besucherinnen und Besucher, eigene Ideen umzusetzen, und hat stets ein offenes Ohr für ihre Sorgen. Wenn Schulprobleme belasten oder es zu Hause schwierig wird, unterstützen die Mitarbeitenden und vermitteln bei Bedarf an passende Beratungsstellen weiter.

Offen für alle im Alter von sechs bis 27 Jahren

Dass dieses Angebot geschätzt wird, zeigt die Rückmeldung der Jugendlichen selbst. Die 13-jährige Amy kommt regelmäßig ins MANNA. „Man kann hier wirklich gut mit den Mitarbeitenden reden. Es sind alles sehr nette Menschen. So etwas findet man nicht oft“, sagt sie.

Die offene Einrichtung steht Kindern und Jugendlichen ohne Anmeldung offen. Viele Besucherinnen und Besucher kommen aus der Nachbarschaft, darunter auch Schülerinnen und Schüler der Bonhoeffer-Grundschule. Neben Aufenthalts- und Billardräumen nutzen auch Pfadfindergruppen das Gelände, zu dem außerdem ein Sportplatz gehört.

„Das MANNA Westend ist aus einem Wunsch von Kindern und Jugendlichen im Kinder- und Jugendparlament des Bezirks entstanden“, sagt Lars Dittebrand, Abteilungsleiter Kinder, Jugend, Familie und Schule bei den Maltesern. Der Bezirk stellte dafür ein ehemaliges Gelände des Grünflächenamtes zur Verfügung, die Malteser übernahmen als freier Träger den Betrieb des Standorts. Von Beginn an engagierte sich auch die Malteser Jugend für das Projekt. Der Diözesanjugendreferent Lukas Miethke begleitete die Gespräche mit Politik und Verwaltung und half mit, die Idee eines offenen Jugendtreffs im Westend auf den Weg zu bringen.

Ferienprogramm kommt bei den jungen Menschen gut an

In den Ferien organisiert das Team regelmäßig besondere Aktionen. Auf dem Programm stehen unter anderem Schwimmbadbesuche, Ausflüge in Trampolinhallen, Wasserschlachten, Drachensteigen oder kreative Workshops. So entstehen Gemeinschaftserlebnisse, die vielen Kindern und Jugendlichen lange in Erinnerung bleiben.

Die vergangenen zehn Jahre verliefen jedoch nicht ohne Rückschläge. Mehrfach wurde der Jugendtreff Ziel von Einbrüchen und Vandalismus. Räume wurden verwüstet, Wände beschmiert und Inventar beschädigt. Dank der Unterstützung von Spenderinnen und Spendern konnten damals neue Möbel und Spiele angeschafft werden.

Für Lars Dittebrand ist das MANNA heute weit mehr als ein Freizeitangebot. „Wir sind der einzige Standort der offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Region und ein verlässlicher Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche“, sagt er. An fünf Tagen in der Woche, einmal monatlich auch an einem Samstag, steht das Haus jungen Menschen offen. Neben Sport, Spiel und Kreativangeboten sei der Treffpunkt vor allem ein Ort für Gemeinschaft, Austausch und außerschulisches Lernen.

Dank an Unterstützer und Förderer

Zum Jubiläum nutzen die Malteser die Gelegenheit, um Danke zu sagen: dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, dem Jugendamt, zahlreichen Förderern und Spendern sowie den vielen Ehrenamtlichen, die das Gelände mit ihrem Engagement lebendig halten. Rund zehn bis 15 Prozent der Gesamtkosten werden über Spenden, Fördermittel und Mitgliedsbeiträge finanziert.

Gleichzeitig sieht Dittebrand weiteren Entwicklungsbedarf. Das Gebäude sei inzwischen zu klein geworden, eine mögliche Erweiterung durch die ehemalige Fahrzeughalle scheitere bislang an den hohen Sanierungskosten.

Zehn Jahre nach seiner Gründung ist das MANNA Westend vor allem eines geblieben: ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche Gemeinschaft erleben, Neues ausprobieren und erfahren, dass ihre Ideen und Sorgen ernst genommen werden.

Mehr Infos unter: Malteser Berlin | MANNA Westend – Kinder- und Jugendtreff mit Herz & Vielfalt